Fragen des BUND Naturschutzes an die Kandidierenden für die Wahl zum Bürgermeister in Neubiberg

Allen vier Kandidierenden wurde unser Fragebogen am 11. Januar 2026 per E-Mail mit der Bitte um Stellungnahme bis Ende Januar zugeschickt. 

 

  1. Klimaschutz

    1. Die Klimakrise ist u.a. mit Hitzeperioden und Starkregen auch in Neubiberg spürbar. Wie stehen Sie zu konkreten Maßnahmen der Kühlung von Kindergärten, Schulen, und Seniorenwohnanlagen mit innovativer, umweltverträglicher Technik?

      Thomas Pardeller, CSU: Wird bei Neubauprojekten bereits umgesetzt.

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir, die Kandidierenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und ödp, unterstützen konkrete Maßnahmen zur klimafreundlichen Kühlung öffentlicher Gebäude. Dazu gehören bauliche Verschattung, Begrünung von Dächern und Fassaden, helle Oberflächen, natürliche Belüftung sowie Wasserangebote wie Trinkbrunnen oder Wasserspiele im Umfeld. Ziel ist es, Gesundheit zu schützen und die Aufenthaltsqualität für alle Generationen zu erhöhen – ohne zusätzliche Belastung für Klima und Umwelt.

      Neal Weber, SPD: Ich befürworte den Einsatz innovativer, umweltverträglicher Techniken zur Kühlung von Kindergärten, Schulen und Seniorenanlagen ausdrücklich. Klimaanpassung ist Gesundheitsschutz.

      Michael Weigle, FDP: Die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit moderner Klimatechnik ist im Neubau Standard, und muss das auch bleiben. Die Nachrüstung bestehender Gebäude ist natürlich immer eine individuelle Betrachtung, das jeweilige Gebäude betreffend. Im Altbau ist nicht immer alles möglich, was wünschenswert wäre.

    2. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Photovoltaik-Nutzung auf kommunalen Gebäuden (Bestandsbauten und Neubauten) zu intensivieren?

      Thomas Pardeller, CSU: Wird bereits sukzessive umgesetzt. Rathaus, Seniorenbegegnungsstätte, Grundschulen ...

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir setzen uns für einen konsequenten Ausbau von Photovoltaik auf allen geeigneten kommunalen Bestands- und Neubauten ein. Dabei wollen wir auch neue Modelle der Bürgerbeteiligung, etwa über Energiegenossenschaften, stärken. 

      Neal Weber, SPD: Mein Ziel ist es, durch die Bereitstellung von mehr Fördermitteln und das Einrichten von Informationsverarbeitungen zum Thema PV, den Ausbau der PV-Abdeckung in Neubiberg zu fördern. Zudem möchte ich auf möglichst vielen Dächern von kommunalen Gebäuden PV installieren, um die Gemeinde bewusst als Vorbild zu platzieren. 

      Michael Weigle, FDP: Konkret geht es hier in der Regel um statische Probleme, wie beispielsweise bei der Feuerwehr Unterbiberg. Unsere Bestandsgebäude, insbesondere Wohngebäude, sind leider häufig renovierungsbedürftig. Hier ist eine Nachrüstung mit PV erst bei grundlegender Sanierung sinnvoll. 

    3. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um den Energieverbrauch in kommunaler Verantwortung deutlich zu reduzieren?

      Thomas Pardeller, CSU: [Keine Antwort]

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir wollen den Energieverbrauch der Gemeinde durch energetische Sanierung, moderne Gebäudetechnik, e􀆯iziente Beleuchtung und eine kommunale Wärmeplanung auf Basis erneuerbarer Energien deutlich senken. Eine substanzielle Einsparung beim Stromverbrauch wurde bereits durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LEDTechnik erreicht; hierbei haben wir uns für besonders insektenfreundliche Leuchten eingesetzt.

      Neal Weber, SPD: Wir müssen die energetische Sanierung des kommunalen Gebäudebestands beschleunigen und auf intelligente, bedarfsgesteuerte Beleuchtungssysteme umstellen

      Michael Weigle, FDP: Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist kein Ziel an sich. Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs - wie etwa die Umrüstung auf LED-Beleuchtung - müssen wirtschaftlich sinnvoll sein, um umgesetzt zu werden. 

    4. Sind Sie dafür, eine kostenlose Vor-Ort-Energiespar-Beratung für alle Privathaushalte einzurichten, sowie kreative Energiespar-Kampagnen zu entwickeln? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: ja [mit Anmerkungen:] Zuschuss / Aktion

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] wir befürworten eine kostenlose Vor-Ort-Energiesparberatung für Privathaushalte sowie begleitende Informations- und Mitmachkampagnen.

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Bei der Energiespar-Beratung handelt es sich um ein privates Vorhaben, das auch privat finanziert werden soll.

    5. Sind Sie dafür, dass die Kommune einschl. sämtlicher Tochterunternehmen einen jährlichen Energiebericht mit konkreten Minderungszielen für das Folgejahr vorlegt? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: [Keine Antwort]

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] unser Ziel ist die Klimaneutralität der Gemeinde Neubiberg bis 2035. Ein jährlicher Energie- und Klimabericht mit konkreten Minderungszielen ist dafür ein zentrales Steuerungs- und Transparenzinstrument und sollte aus unserer Sicht etabliert werden.

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: [nein mit Anmerkungen:] Wir sind für eine Reduzierung von Berichtspflichten und lehnen zusätzliche ab.

    6. Die Gemeinde Neubiberg beteiligt sich an der Klimaanpassungsstrategie des Landkreises und erstellt ein Konzept zur Klimafolgenanpassung. Wie wollen Sie damit die schädlichen Auswirkungen der umfangreichen geplanten Baumaßnahmen in Unterbiberg ( Zukunftspark in der Frischluftschneise, sowie Bebauung der noch existierenden natürlichen Lebensräume, sprich Wiesen) mit der einhergehenden massiven Flächenversiegelung kompensieren?

      Thomas Pardeller, CSU: Ausgleichsmaßnahme + ökologische Aufwertung zum artenreichen Landschaftspark auf dem gleichen Grundstück möglich.

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir nehmen die Klimaanpassungsstrategie des Landkreises ernst und wollen sie konsequent umsetzen. Die Entwicklung des Kapellenfelds in Unterbiberg ist wirtschaftlich interessant, betrifft jedoch eine zentrale Frischluftschneise Richtung München und einen wichtigen regionalen Grünzug. Hinzu kommen mögliche Folgen wie zusätzlicher Verkehr sowie steigender Druck auf den Wohnungsmarkt. Diese Aspekte müssen aus unserer Sicht o􀆯en, faktenbasiert und transparent gegeneinander abgewogen und ö􀆯entlich diskutiert werden. Der Regionale Planungsverband München sieht das Projekt im Widerspruch zum Regionalplan, und auch das Landratsamt hat 2024 die Genehmigungsfähigkeit der entsprechenden Flächennutzungsplanänderung verneint. Für uns ist entscheidend, dass bei der Bewertung solcher Großvorhaben wirtschaftliche Entwicklung, Klimaresilienz, Natur- und Freiraumschutz sowie die Lebensqualität der Menschen in Neubiberg gleichrangig berücksichtigt werden. 

      Neal Weber, SPD: Um die Versiegelung im "Zukunftspark" auszugleichen, setze ich auf konsequente Dach- und Fassadenbegrünung, die Schaffung von Retentionsflächen und den Schutz verbleibender Grünkorridore, um die Frischluftschneisen funktionsfähig zu halten. 

      Michael Weigle, FDP: Zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit der Gemeinde sind einige Baumaßnahmen im Zukunftspark und den SO-Gebieten notwendig. Die unvermeidliche Versiegelung von Flächen wird durch Entsiegelungen und Flächenaufwertungen an anderer Stelle kompensiert. 

  2. Verkehr

    1. Sind Sie dafür, die Rahmenbedingungen für das Radfahren im Ortsgebiet deutlich zu verbessern und dazu sicher und umweltfreundlich konzipierte Radwege zu einem flächendeckenden Netz auszubauen? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: ja

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] wir wollen die Rahmenbedingungen für den Radverkehr deutlich verbessern und sichere, gut vernetzte Radwege im gesamten Ortsgebiet ausbauen.

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Wir sind für eine Verbesserung der Mobilitäts-Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer. Als jemand, der auf das Fahrrad als Fortbewegungsmittel angewiesen ist, erkennen wir die Schwierigkeiten des Radverkehrs insbesondere auf der Hauptstraße. Pragmatische Lösungen wie die Umgestaltung der Cramer-Klett-Str unterstützen wir. Trotzdem ist es nicht zielführend, einen Verkehrsträger über die anderen zu stellen.

    2. Wie stehen Sie zur Einführung von Tempo 30, vor allem in der Hauptstraße mit Querungshilfen, damit Fußgänger und Radfahrer mehr Sicherheit haben, sowie zur Radwegverbesserung in der Hohenbrunner- und Kaiserstraße? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: nein [mit Anmerkungen:] Temporeduktion muss im Zuge Neugestaltung Hauptstraße geprüft werden

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] wir befürworten Tempo 30, insbesondere auf der Hauptstraße, sowie barrierefreie und sichere Querungshilfen für Fußgängerinnen und Fußgänger.

      Neal Weber, SPD: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Ich befürworte sowohl die Querungshilfen, als auch die Radwegverbesserung. Beim Thema Tempo auf der Hauptstraße bin ich der Ansicht, dass wir zunächst versuchen müssen durch bauliche und gestalterische Maßnahmen die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dies schafft mehr Akzeptanz in der Bevölkerung als ein Tempolimit.

      Michael Weigle, FDP: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Wir haben bereits Tempo 30 und verkehrsberuhigten Bereich auf dem gesamten Gemeindegebiet, ausgenommen der zentralen Achse bestehend aus der (äußeren) Hauptstraße und Zwergerstraße. Einer weiteren Beschränkung stehen wir skeptisch gegenüber. Ein mögliches Modell könnte eine Beschränkung zu besonders kritischen Tageszeiten darstellen.

  3. Biodiversität/ Artenschutz / Baumschutz

    1. Bäume haben eine enorme Klimawirkung. Sie sorgen für Beschattung, Kühlung, Luftbefeuchtung, CO2 Bindung. Für einen Altbaum mit 20 m Kronendurchmesser müsste man als Ersatz 400 Bäume mit 1m Kronengröße pflanzen! Unterstützen Sie eine Novellierung der Baumschutzverordnung mit folgenden Eckpunkten: - Schutz aller Bäume mit einem Stammumfang ab 60 cm (gemessen in 1m Höhe) - Umfangreiche (Erhöhung der Zahl der) Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume nach dem Kronenflächenkriterium und dem Stammumfang? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: nein

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] auf Antrag von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN soll die Baumschutzverordnung überprüft und aktualisiert werden; diesem Antrag wurde zugestimmt. Ziel ist ein wirksamerer Schutz des Baumbestands und angemessene Ersatzpflanzungen.

      Neal Weber, SPD: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Ich halte die derzeitige Überarbeitung der Baumschutzverordnung für sinnvoll. Die von Ihnen angeführten Aspekte halte ich nicht pauschal für sinnvoll.

      Michael Weigle, FDP: [nein mit Anmerkungen:] Eine erhebliche Ausweitung des Baumschutzes macht Wohnen teurer. Wir setzen uns für bezahlbares Wohnen ein und sind daher gegen eine Verschärfung der Baumschutzordnung.

    2. Sind Sie bereit, sich für den dauerhaften Schutz des Baumbestandes vor allem durch Straßenbaumbewässerung und Baumscheibenertüchtigung einzusetzen? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: ja

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] wir setzen uns für den dauerhaften Schutz des Baumbestands ein, u. a. durch Straßenbaumbewässerung, verbesserte Baumscheiben und eine langfristige Pflege.

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: ja [mit Anmerkungen:] Soweit wirtschaftlich vertretbar. 

    3. Unterstützen Sie einen absoluten Vorrang für den Bestandsschutz alter Bäume, weil ihre Wirkung auf Klima und Artenvielfalt durch Neupflanzungen noch lange nicht erreicht wird (auch bei Baugenehmigungen auf Privatgrundstücken)? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: ja [mit Anmerkungen:] Im Einzelfall schutzwürdige Bäume im B-Plan aufnehmen

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] der Schutz alter Bäume hat für uns hohe Priorität, da ihre ökologische und klimatische Wirkung durch Neupflanzungen langfristig nicht ersetzbar ist – auch bei Bauvorhaben auf Privatgrundstücken.

      Neal Weber, SPD: nein [mit Anmerkungen:] da es rechtliche Einschränkungen gibt.

      Michael Weigle, FDP: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Alte Bäume sind besonders schützenswert, es gibt aber keinen absoluten Vorrang. Jedes richtige Ziel muss mit anderen Zielen, wie der Schaffung von Wohnraum, abgewogen werden.

    4. Welche Schritte werden Sie unternehmen, damit eine Biodiversitätsstrategie der Gemeinde nach dem erfolgreichen Volksbegehren „rettet die Bienen“ und der Novelle des Naturschutzgesetzes wirkungsvoller umgesetzt wird?

      Thomas Pardeller, CSU: fortschrittliches Günpflegekonzept bereits umgesetzt.

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir setzen uns für eine wirksame und praxisnahe Umsetzung der Ziele des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ ein, überprüfen bestehende Maßnahmen und wollen sie weiterentwickeln. Naturnahe kommunale Flächen, die Vernetzung von Lebensräumen sowie Information und Beteiligung spielen dabei eine zentrale Rolle. Die notwendigen Haushaltsmittel wollen wir bereitstellen.

      Neal Weber, SPD: Erhalt von Grünflächen, Schaffung von Retentionsflächen, mehr Straßenbegrünung. Ich werde selbstverständlich Haushaltsmittel dafür einstellen. 

      Michael Weigle, FDP: Wir werden öffentliche Freiflächen auch weiterhin möglichst ökologisch nutzen. 

      Sind Sie bereit, die erforderlichen Haushaltsmittel für die Umsetzung bereitzustellen? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: ja

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: [Keine Antwort]

    5. Wie setzen Sie sich dafür ein, dass die in Besitz der Kommune befindlichen Flächen vorbildlich zur Förderung der Biodiversität genutzt, bzw. der natürlichen Entwicklung und Renaturierung überlassen werden?

      Thomas Pardeller, CSU: Renaturierung am Hachinger Bach z.B.

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir setzen uns dafür ein, dass gemeindeeigene Flächen zur Förderung der Biodiversität genutzt, naturnah gepflegt oder – wo sinnvoll – renaturiert werden.. 

      Neal Weber, SPD: Ich setze mich für eine konsequente ökologische Bewirtschaftung dieser Flächen ein. Dies möchte ich bürgernah gestalten, damit die Verbundenheit und das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gestärkt werden. 

      Michael Weigle, FDP: Nur, insoweit keine Bebauung erfolgt

    6. Sind Sie dafür, nur dann zusätzliche Bauflächen im Flächennutzungsplan neu auszuweisen, wenn im gleichen Umfang noch nicht genutzte Bauflächen an anderer Stelle dauerhaft aus dem Planherausgenommen werden? 
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: nein

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] wir setzen uns für einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Fläche ein. Neue Bauflächen sollen grundsätzlich nur dann ausgewiesen werden, wenn im gleichen Umfang bereits geplante, aber bislang ungenutzte Bauflächen an anderer Stelle dauerhaft zurückgenommen werden. In begründeten Ausnahmefällen kann davon abgewichen werden. Entscheidend ist für uns, dass solche Entscheidungen transparent getroffen, sorgfältig abgewogen und mit wirksamen Maßnahmen zum Schutz von Natur- und Freiräumen verbunden werden.

      Neal Weber, SPD: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Das ist meines Erachtens nach nicht eins zu eins möglich. Dennoch bin ich sehr bedacht darauf großzügige Ausgleichsflächen zu schaffen

      Michael Weigle, FDP: nein

    7. Treten Sie dafür ein, dass keine weitere bauliche Versiegelung auf im Flächennutzungsplan enthaltenen Grünflächen erfolgt?  
      (nur 'ja' oder 'nein' Antworten möglich)

      Thomas Pardeller, CSU: nein

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: ja [mit Anmerkungen:] der Schutz bestehender Grünflächen ist uns wichtig. Beim Thema Wohnen setzen wir auf eine behutsame und maßvolle Nachverdichtung dort, wo sie sinnvoll und verträglich ist.

      Neal Weber, SPD: ja

      Michael Weigle, FDP: [keine "ja/nein" Festlegung aber mit Anmerkung:] Naherholungsflächen wie der Abloner Garten, Schopenhauer Wald oder der Grünanger von Vivamus dürfen nicht angetastet werden.

    8. Wie stehen Sie zu mehr Unterstützung der Artenvielfalt in Privatgärten durch den Erlaß von entsprechenden Satzungen, z.B. Einfriedungsregelungen, Verbot von Schottergärten und bestimmten Anpflanzungen, wie z.B. Kirschlorbeer?

      Thomas Pardeller, CSU: Bedarfsgerechte Regelungen in den B-Plänen festsetzen.

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir unterstützen Maßnahmen zur Förderung naturnaher Gärten und zur Vermeidung ökologisch problematischer Gestaltungen wie Schottergärten. Dabei setzen wir auf eine Kombination aus Beratung, Information und – wo sinnvoll – klaren Regelungen. 

      Neal Weber, SPD: Auch bei diesem Thema denke ich nicht mit Verboten voran zu kommen. Meiner Ansicht nach muss es einen intensiven Diskurs zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und dem Gemeinderat geben. 

      Michael Weigle, FDP: Wir setzen uns gegen Verbote auf Privatgrundstücken ein. 

  4.  Wasser

    1. Welche kommunale Strategie sehen Sie beim Hochwasserschutz?

      Thomas Pardeller, CSU: Umsetzung läuft bereits. 1., Überschwemmungsgebiet  2., Erstellung HWS-Konzept

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Für uns steht der Hochwasserschutz klar im Vordergrund. Wichtige Bausteine sind Vorsorge, Rückhalt und eine vorausschauende Planung.

      Neal Weber, SPD: Meine Strategie basiert auf dem Prinzip der "Schwammstadt": Wasser soll dort versickern oder zurückgehalten werden, wo es anfällt. Zudem müssen wir Ausgleichsflächen für den Hachinger Bach schaffen und diesen renaturieren. 

      Michael Weigle, FDP: Falls möglich, wollen wir eine Zusammenarbeit mit den Anrainergemeinden des Hachinger Bachs. Falls das nicht machbar ist, ist eine Lösung im Zusammenhang mit der Realisierung des Zukunftsparks auf privatem Grund anzustreben.

    2. Welche Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes werden Sie zu Hochwasserschutz und Dürre-Vorsorge voranbringen ( Hachinger Bach Renaturierung, Flächenentsiegelung, stärkere Durchgrünung, z.B. Dächer und Fassaden, Auffangen von Regenwasser)?

      Thomas Pardeller, CSU: Renaturierung, Schwammstadtkonzept umsetzen

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Wir unterstützen die interkommunale Zusammenarbeit am Hachinger Bach. Neben der ökologischen Aufwertung und einer besseren Aufenthaltsqualität ist der Hochwasserschutz zentral. Dafür gibt es bereits eine laufende Ausschreibung für entsprechende Maßnahmen.. 

      Neal Weber, SPD: Siehe Oben. 

      Michael Weigle, FDP: Hier gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die sowohl Bürger als auch Gemeinde erbringen können.

  5. Zusammenarbeit

    1. Wie stellen Sie sich die zukünftige Zusammenarbeit mit den lokal agierenden Umweltverbänden und uns als BUND Naturschutz vor? Wie beabsichtigen Sie uns bei entsprechenden Themen einzubeziehen?

      Thomas Pardeller, CSU: Regelmäßiger Austausch z.B. 1/2-jährlich

      Carola Grimminger, DIE GRÜNEN: Einige GRÜNE in Neubiberg engagieren sich seit vielen Jahren im BUND Naturschutz. Dieser enge Austausch soll fortgeführt werden. Wir setzen auf einen regelmäßigen Dialog und eine frühzeitige Einbindung bei relevanten Umwelt- und Naturschutzthemen. Auf Wunsch kann diese Zusammenarbeit auch weiter formalisiert werden. 

      Neal Weber, SPD: Ich schätze die Expertise des BUND Naturschutz sehr. Ich plane einen regelmäßigen Austausch, an dem Umweltverbände frühzeitig in Planungskonzepte einbezogen werden, noch bevor diese im Gemeinderat finalisiert werden. 

      Michael Weigle, FDP: Wir nehmen konkreten Input jederzeit gerne auf, und versuchen, ihn entsprechend umzusetzen.